Gesellschaft der deutschen Minderheit Stadt und Kreis Elbing

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Elbinger Feierabend - Eine gute Zukunftsperspektive

 

     Letztens haben die Elbinger gefeiert! Was haben wir gefeiert? Das lässt sich alles nicht so leicht erklären...Vielleicht haben wir einfach das Zusammensein gefeiert? Ja, ich glaube das wäre die richtige Antwort.
    Am 19.Juli hat nämlich das interkulturelle Treffen der Deutschen und Polen stattgefunden. Wir d.h.sowohl ältere als auch jüngere Elbinger, haben uns in der Begegnungsstätte der Deutschen Minderheit in Elbing versammelt und ein wenig Zeit miteinander verbracht. Das Treffen konnte einen solchen Menschen Spaß machen, der besonders an dem Dialog der Kulturen an der Dichtung und an der Geschichte interesse hat.
    Der Veranstalter dieses Treffens war die Gruppe "KORRIDOR", die ihre Idee mit der STIFTUNG ELBING (Fundacja Elbląg) und dem VEREIN DER DEUTSCHEN MINDERHEIT IN ELBING verwirklichen konnte. Initiator war die Autorin dieses Artikels, die im Rahmen des Projekts"Das frische Brötchen aus der Elbinger Wortbäkerei", das deutsch-polnische Treffen geplant hat. Wir haben deutsche und polnische Gedichte gelesen,
Tee getrunken, zubereitet nach der Ostfriesen-Tee-Zeremonie, und wichtige Themen angesprochen. Die Dichtung, die vorgeschlagen wurde, umfaste die Texte junger Elbinger sowie der bekannten deutschen und polnischen Klassiker. Im Vorder - sowie im Hintergrund konnte man die Gedichte und Zeichnungen von Werner Grunwald bewundern, weil seine Werke sowohl gelesen als auch in schriftlicher Form zur Verfügung standen.
     Zu merken ist, dass viele Teilnehmer sich Mühe gegeben haben, um das Treffen zu bereichern. Ich möchte zuerst unsere Gäste erwähnen, dank denen ich bis heute verblüfft bin. Ich meine hier die wunderbaren Damen und Herren, die uns ein wenig erzählt haben (ich meine jedoch, dass es leider viel zu wenig war): die Herren Hans Pfau und Hans Preuß haben uns ein paar Worte über ihre Tätigkeit gesagt. Frau Berzen hat uns ein Gedicht
wunderschön vorgelesen und trotz der Zeitknappheit konnten wir alle über die Gegenwart und Vergangenheit
sprechen. Wir haben über Elbing und unsere gemeinsame Geschichte gesprochen. Was mich persönlich, als eine Polin, erstaunt hat, war dass die Elbinger, die in Deutschland leben, so unheimlich viel machen und so schöpferisch sind. Sie können uns, junge Menschen, die in Polen leben,
wirklich viele Sachenbeibringen, und dank denen könnenwir uns tatsächlich unserer Heimat nähern. Ich möchte noch meinen herzlichen Dank Frau Hilda Sucharska aussprechen,die uns, zusammen  mit der Deutschen Minderheit in Elbing, eine große Hilfe geleistet hat. Meine Idee konnte ohne alle erwähnten Personen nicht verwirklicht werden. Frau Sucharska hat mir viele wertvolle Ratschläge gegeben. Herr Hans Pfau hat mit mir zuerst E-Mails geschrieben, dann habe ich mit ihm und seiner Frau einen wunderschönen Nachmittag verbracht. Ich habe viel erfahren und ich möchte gerne, dass das Werk von den Herren Pfau und Preuß noch mehr verbreitet wird Eniges davon kann man schon in der polnischsprachigen Elbinger Presse erfahren, aber ich glaube es ist noch zu wenig: Im Hinblick nicht nur auf die deutsche aber auch polnische Kultur, die vor allem in Elbing heute miteinander so eng verbunden sind...
                                                                                                            Agnieszka Czarkowska 


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Vorlesewettbewerb in deutscher Sprache in Elbing

    Am 24. November veranstaltete die Gesellschaft der deutschen Minderheit in Elbing einen Vorlesewettbewerb in deutscher Sprache, zu dem sie Gymnasiasten aus der Stadt und dem Kreis Elbing eingeladen hatte. Das Ziel des Wettbewerbes war die Leseförderung, die Ermutigung, eine Fremdsprache zu lernen und der Jugend die Literatur und Kultur der deutschsprachigen Länder näherzubringen.

   

   Am Wettbewerb haben 26 Schüler aus acht Schulen teilgenommen. In der ersten Stufe hat jeder Teilnehmer einen selbst vorbereiteten Text vorgelesen. Bewertet wurden Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis. In die zweite Stufe wurden 14 Schüler zugelassen. Jeder Schüler hat einen unbekannten Text vorgelesen. Hier wurde die Lesetechnik und Textgestaltung  bewertet.

   Bei der Textauswahl für die erste Stufe gaben sich die Schüler viel Mühe, so dass eine Vielfalt an Texten vorgestellt wurde. Die Jüngsten aus der Grundschule in Preußisch Holland lasen Märchen und Anekdoten, ältere Kurzgeschichten und Sachtexte, die das Leben in Deutschland und Polen, aber auch in Afrika oder Indien, vorstellten. Manche Texte setzten sich sogar mit philosophischen Fragen wie Zukunft, Glück, Familie auseinander. Einige sozialkritische Texte regten die Zuhörer zum Nachdenken an.

   Die Jugendlichen haben sich auch sehr gut auf die Prüfung vorbereitet. Viele lasen flüssig und gut verständlich in der fremden Sprache, akzentuierten die richtigen Wörter und gestalteten den Text lebendig und spannend. Einige Schüler hatten aber noch Probleme bei der korrekten Aussprache oder Betonung schwieriger Wörter. Die meisten aber traten selbstbewusst vor das Auswahlkomitee und trugen sicher und natürlich vor, obwohl sie insgeheim bestimmt Lampenfieber hatten.

   Besonders schwierig war natürlich der zweite Teil, in dem die 14 Besten mit ihnen unbekannten Büchern konfrontiert wurden, aus denen sie ohne Vorbereitung aus dem Stand etwas vorlesen sollten. Hier hatten die Sprachgenies Gelegenheit, ihr Talent zu zeigen. Einige Schüler meisterten auch diese harte Probe mit Leichtigkeit und ließen sich von den unbekannten Texten nicht beeinflussen. Sie zeigten, dass sie die deutsche Sprache fantastisch meistern und begeisterten das Publikum.

   So fiel der Jury, der u. a. Julia Hiltner- Kulturattache des Generalkonsulates der Bundesrepublik Deutschland in Danzig - und Jan Kruza - Deutsch-Berater vom Ermland-Masurischen Ausbildungsamt für Lehrerangehörten, die Auswahl richtig schwer.

   Alle Schüler waren Sieger dieses Wettbewerbes und als Hauptsiegerin wurde Sandra Warcewicz vom I. Gymnasium aus Elbing ausgezeichnet.

   Sicher trägt dieser öffentliche Auftritt dazu bei, dass sich die Schüler in der deutschen Sprache zu Hause fühlen und sich trauen, deutsch zu sprechen Das ist auch Motivation, ihre Fremdsprachenkenntnisse noch zu perfektionieren. Eine Ausstellung von Kinder- und Jugendbüchern, die für den Tag vorbereitet wurde, gab den Teilnehmern an diesem Vorlesewettbewerb die Möglichkeit, sich über Jugendliteratur im deutschen Schrifttum zu informieren. Die deutsche Gesellschaft war Initiator dieser gelungenen Veranstaltung, aber ohne Unterstützung des Bürgermeisters der Stadt Leer/Ostfriesland und des Bürgermeisters unser Stadt Elbing, wäre es schwierig gewesen, sie durchzuführen.


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