Gesellschaft der deutschen Minderheit Stadt und Kreis Elbing

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das Gebäude in der Kantstraße 18 (heute: Kopernika 18)



    

Der Deutsche Verein Elbing besucht Dresden

Ein Traum ging nach vielen Jahren in Erfüllung

Die Idee, die schöne deutsche Stadt Dresden und die Umgebung zu besuchen war ein Traum vieler Mitglieder der deutschen Minderheit in Elbing schon seit vielen Jahren. Die Mitglieder wie auch der Verein haben über die Jahre Geld gespart, um diesen Traum zu verwirklichen.

Am 1.Mai starteten 36 Personen um 5.30 in einem Bus von Elbing nach Dresden.

Wir sind Richtung Hirschberg gefahren, wo in Leopoldshein eine Übernachtung für uns geplant war. Im 16.Jahrhundert wurde dieses Gutshaus von Michael Ender von Sercha erbaut. Der Leopoldsheiner Gutherr Karl Ender von Sercha war ein Schirmherr des Philosophen Jakob Boehme, welcher die Werke „Aurora” und „Beschreibung der Drei Goettlichen Wesen” schrieb. In diesem Gutshaus befindet sich heute ein Hotel. Dieses benötigt aber auch noch allerlei Verbesserungen.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück erreichten wir die Grenze. Ein schönes Erlebnis, offene Grenzen, keine Kontrolle und wir sind in Deutschland!

Unser erste Ziel war die Moritzburg. Das Schloss und die einzigartige Kulturlandschaft hat die Gruppe ins Schwärmen versetzt. Vom Jagdschloss sind wir zum Fasanenschlösschen und zum Leuchtturm gefahren. Mittags ging es weiter nach Dresden, wo auf dem Theaterplatz die bestellte Fremdführerin schon auf uns wartete. Bei schönem Wetter besichtigten wir das barocke Bauwerk, den Dresdner Zwinger und viele andere wunderschöne Bauten. Im Residenzschloss bewunderten wir die Kunstschätze. Als wir vom Schloss raus wollten erwischte uns ein Regenwetter, auf das wir nicht vorbereitet waren. Dann suchten wir den Bus auf und machten eine Stadtbesichtigung vom Bus aus, um l9 Uhr fuhren wir zum Abendessen.

Das Eisbein mit Sauerkraut und dazu ein Glas Bier, das hat uns am Ende dieses Tages gut getan, auch die guten Betten im Hotel haben uns zu Ruhe gebracht.

Am nächsten Tag fuhren wir zur Porzellan- und Weinstadt Meißen. Als erstes besuchten wir das Museum der berühmten Meißener Porzellan-Manufaktur, dann gingen wir zu der über 1000-Jahre alten Meißener Altstadt. Durch das Tuchmachertor, wo wir auch ein Gruppenfoto machten, gingen wir zur Frauenkirche und weiter zum Dom.

Der Dom-Platz liegt sehr hoch. Für einige waren die vielen Treppen nicht leicht zu bewältigen aber die Neugier war doch größer und alle haben es geschafft.

Dann ging es wieder zurück nach Dresden. Unterwegs lernten wir die Barockschlösser und die Parkanlagen mit exotischen Pflanzen in Pillnitz kennen. Der Spaziergang durch den schönen Park an der Elbe war eine Erholung für alle. Zurück fuhren wir wieder durch einen Teil der Stadt Dresden. Wir haben sie bewundert. An der Elbe unterbrachen wir die Rundfahrt und besuchten die Frauenkirche. Sie zu sehen war der größte Traum einiger Mitreisender. Eine Pracht von außen, leider konnten wir nicht in die Kirche rein, da wir uns verspätet hatten.

Im Pulverturm an der Frauenkirche konnten wir eine gute Mahlzeit Sauerbraten genießen. Am 4.Mai früh morgens traten wir die Rückfahrt nach Elbing an, wo wir um 19,30 Uhr glücklich ankamen.

Für einige von uns war es das erste Mal, dass wir nach Dresden oder auch überhaupt nach Deutschland kamen.

Wir werden diese schöne Reise noch sehr lange in guter Erinnerung behalten.

       

 


 

 Evangelischer Friedhof in Cadinen
 



Auf dem alten evangelischen Friedhof in Cadinen fand am 8.Dezember 2006 eine ganz besondere Feier statt . Zum Gedenken für die vor dem Krieg Verstorbenen, wurde ein Findling mit der Aufschrift in deutscher und polnischer Sprache enthüllt worden.



An dieser Feier haben u.an. der Bürgermeister von Tolkemit, der Oberförster aus Elbing, der evang. Pfarrer aus Elbing und der katholische aus Tolkemit,  eine Delegation der deutschen Minderheit, Schüler und Lehrer aus Tolkemit und Bürger von Cadinen teilgenommen. Die deutsche Minderheit hat ein Blumengebünde niedergelegt. Auf allen Grabstätten brannten Lichter.
Mit dieser Feier wurde die mühsame, vieljährige Arbeit der Gymnasialisten aus Tolkemit abgeschlossen. Im Rahmen des Projektes „Spuren der Vergangenheit“ wurde seit Herbst 2004 der verwüstete Friedhof aufgeräumt, teilweise rekonstruiert und in Obhut genommen.

Die Oberförsterei Elbing unterstützte dieses Projekt und der Förster von Cadinen Jarosław Mytych setzte sich für das Projekt sehr ein und beaufsichtigte die Arbeiten. Auch die Einwohner von Cadinen waren bei dieser Arbeit sehr aktiv. Gelungen ist es auch Sponsoren zu erwerben u. an. den deutschen Verein aus Elbing. Die Jugendlichen unter Aufsicht der Geschichtslehrerin Grażyna Rybicka suchten auf
und brachten in Ordnung die Grabsteine und Sockeln, die dann in bestimmter Reihenfolge aufgestellt wurden . Es wurden 29 Grabsteine enthült.




Auf dem Friedhof wurden Eiben und Wacholder eingepflanzt und zwischen den Gräbern Griessteine aufgestreut. Endetappe des Werkes war die Aufstellung eines Kreuzes und des Gedenksteines. Die Idee der Aufschrift auf dem Findling kam von der Schule.

Das Ziel des Projektes, so wie die Lehrerin Grażyna Rybicka schreibt, war das Kulturerbe der Vergangenheit zu entreißen, die Kenntnisse über die Vergangenheit zu verbreiten, und die Jugendliche aber auch die Bevölkerung für einen guten Zweck anzuregen.

Es würde sich lohnen, für diese Idee und mühsame Arbeit, der Schule in Tolkemit ein Geschenk zu machen, um so mehr, weil das nächste Projekt der Schule ist, den Friedhof in Steinort zu ordnen.

Hilda Sucharska
 

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